Eine ganz besondere Circusgala - so fing alles anOffenburg, die Stadt inmitten des Ortenaukreises und die internationale Circus-Welt – zwei Begriffe, die man bis zum Winter 1996 / 1997 sicherlich nicht unbedingt miteinander in Verbindung gebracht hat. Dies änderte sich schlagartig als zwei "Circus-Verrückte" beschlossen, ihren Traum vom eigenen Circus ausgerechnet in dieser einzigartigen Landschaft zwischen Schwarzwald und Vogesen zu verwirklichen. Badische Lebensart, guter Wein, aufgeschlossene Menschen und eine als Groß-Veranstaltung konzipierte einzigartige Circus-Gala auf höchstem internationalen Niveau – dieser außergewöhnlichen und damit auch spannenden Herausforderung galt es sich zu stellen !Politische Entscheidungsträger, die Medien, Vertreter der Wirtschaft, Werbepartner und natürlich vor allem international prämierte Künstler, Akrobaten und Artisten wollten von dieser verwegenen Idee nicht nur überzeugt, sondern letztlich auch begeistert werden. Wenn der ein oder andere heute auch geneigt sein mag, sich ein derartiges Unterfangen als leicht vorzustellen, kann ich Ihnen versichern dem war damals, und dem ist auch heute keineswegs so. Die Vision hervorragenden klassischen Circus "zu machen", eigene Ideen und Vorstellungen realisieren zu können - diese Vision konnte ich ab dem vierten Jahr seines Bestehens als alleinverantwortliche Direktorin des OFFENBURGER WEIHNACHTSCIRCUS verwirklichen. Den Menschen einer gesamten Region die unglaublichen Künste der internationalen Stars der Manege zu präsentieren, sie für ein phantastisches Live-Erlebnis zu begeistern, das war und ist die Grundidee des OFFENBURGER WEIHNACHTSCIRCUS. Die eigene Liebe und Faszination für dieses Metier weitergeben zu können, den berühmten Funken der Begeisterung und Freude in den Augen der Besucher zu entdecken – auch heute noch ist dies der schönste Lohn für mich. Dass sich hinter dem roten Samtvorhang dieser festlichen Gala ein kolossales finanzielles Risiko verbirgt, versteht sich von selbst. Mut, Kreativität, großes Engagement aller Mitwirkenden und viele, viele tausende große und kleine Circus-Fans, begeisterte Besucher aller Couleur und aller Generationen sind die unabdingbare Voraussetzung für den Erfolg dieses winterlichen Veranstaltungs-Highlights. Zahllose Künstler, Artisten, Clowns und Akrobaten, Tierlehrer und deren "tierische Stars" aus aller Herren Länder waren im Laufe der vergangenen 14 Jahre im OFFENBURGER WEIHNACHTSCIRCUS zu Gast. Für die meisten der Stars war Offenburg als Mekka für internationalen Circus kein Begriff. Mittlerweile hat sich die Stadt am Tor zum Schwarzwald als die Adresse für die "Champions-League" der Artisten und der Circuswelt erwiesen. Die besten ihres Faches, einzigartige Manegen-Persönlichkeiten und besondere Menschen, die im Circus leben und ihm verbunden sind, haben zum langjährigen Erfolg des OFFENBURGER WEIHNACHTSCIRCUS beigetragen. Menschliches und Zwischenmenschliches, spannende und anrührende, aber genauso auch unglaubliche Geschichten, Anekdoten und Histörchen in und um die Welt des OFFENBURGER WEIHNACHTSCIRCUS – wo beginnen und wo enden ? Da war zum Beispiel der Gentleman der Taschendiebe, der das Publikum hoch offiziell und sehr sympathisch "beklaute". Es gab Tarzan, den wilden Herrn der Elefanten. Stars aus dem Lido in Paris, die Gewinner des goldenen Clowns des Festival International du Cirque de Monte Carlo, deren Handstand-Akt die berühmten standing ovations hervorrief. Der portugiesische Clown, der gar zum Liebling einer gesamten Region wurde. Das Duo aus Las Vegas, das mit seinen unglaublich schnellen Kostümwechseln beeindruckte. Der "weiße Engel", der an Seidentüchern durch die Manege schwebte und die Poesie des Circus´ verkörperte. Da war auch der klassische "Sprechstallmeister", der quasi für die Stunden in der Manege "lebte". Auch seine Persönlichkeit prägte meine Show für viele Jahre. Im wahrsten Sinne atemberaubend waren die Artisten auf dem Todesrad - Nervenkitzel pur, nicht nur für die Zuschauer... Ein besonderes Highlight einer jeden Spielzeit war und ist bis heute der große Ökumenische Gottesdienst im Grand Chapiteau, übrigens der größte seiner Art in der gesamten Ortenau. Bei voll besetzen Rängen feiern Geistliche beider Konfessionen gemeinsam mit einem großen Gospelchor unvergessene Stunden. "Lothar" - auch heute noch löst die Erwähnung dieses Namens bei mir und allen damals Beteiligten großes Schaudern aus. Am 26. Dezember 1999 fegte ein riesiger Orkan dieses Namens mit Windgeschwindigkeiten bis zu 140 Stundenkilomentern durch Teile von Europa. Auch das Spielzelt des OFFENBURGER WEIHNACHTSCIRCUS wurde von diesen gewaltigen Winden zerstört. Nur mit Hilfe engagierter Mitarbeiter, viel Nervenstärke und Gottvertrauen gelang es uns, nach nur drei Tagen Pause in einem Ersatzzelt quasi eine "zweite Premiere" innerhalb einer Spielzeit zu feiern. An jenem Tag wurden in ganz Europa 28 Circuszelte Opfer des Orkans - der OFFENBURGER WEIHNACHTSCIRCUS war der einzige der sein Gastspiel fortsetzte. Hier kommt mir zum Beispiel das Motto des Gründers des berühmten Circus Sarrasani in den Sinn: "Willenskraft Wege schafft !" Beim Schreiben dieser Zeilen fallen mir endlose Geschichten und Begebenheiten ein. Da ich aber bei einer Aufzählung all der Menschen und der Dinge, die ich mit dem OFFENBURGER WEIHNACHTSCIRCUS verbinde, sicherlich den einen oder die andere eventuell vergessen würde, sei es mir bitte verziehen, wenn ich darauf verzichte. Auf gar keinen Fall möchte ich aber Konrad und John Thurano unerwähnt lassen: Ich empfinde es als große Bereicherung diese beiden besonderen Menschen aber auch außergewöhnlichen Artisten kennengelernt zu haben. Konrad und John Thurano waren anlässlich des 10-jährigen Jubiläums des OFFENBURGER WEIHNACHTSCIRCUS unter dem Grand Chapiteau zu Gast. Der wahrlich legendäre Konrad Thurano riss das Publikum gemeinsam mit seinem Sohn John täglich zu Beifallsstürmen hin. Der bescheidene Düsseldorfer Drahtseilartist galt damals mit 96 (!) Jahren als ältester aktiver Artist der Welt. Er war und ist uns allen ein Vorbild durch seine Lebensfreude und die Liebe zu den Menschen und zu seinem Publikum. Da aber auch im Circus - so wie im Leben - Freud und Leid manchmal nah beieinander liegen, möchte ich an dieser Stelle an Menschen erinnern die nicht mehr bei uns sind, die aber dennoch für mich und auch für den OFFENBURGER WEIHNACHTSCIRCUS wichtig waren. Bernt-Michael Schröder, Franziska Folco und Michael Schultze. Wir alle werden uns immer an sie erinnern. Einen sehr glücklichen Tag erlebten wir alle als 2008 der Clown Totti Alexis seiner charmanten Frau Charlotte unter dem Dach des Grand Chapiteau das Ja-Wort gab. Es war sooo romantisch ! Toi, toi, toi für die beiden. So, jetzt wissen Sie ein wenig von mir, meinem Leben und dem Leben für den und im OFFENBURGER WEIHNACHTSCIRCUS. Aber vor allem lebt dieser Diamant unter den mittlerweile zahlreichen Circussen, die sich heute "Weihnachtscircus" nennen, von seinem Publikum. Von den Menschen, die sich faszinieren lassen, die noch staunen und lachen können, die vielleicht auch das Kind in sich ein Stück weit bewahrt haben. Von denjenigen, die auch in heutiger Zeit die Superstars nicht nur im Fernsehen, sondern auch live erleben möchten ! Auch in diesem Jahr stellen wir uns der Herausforderung, unser Publikum zu begeistern, und Sie die Sorgen des Alltags vergessen zu lassen. Denn wenn der Circus auch und gerade in der heutigen Zeit eine gesellschaftspolitische Bedeutung hat, dann die, den Menschen Freude in den Alltag zu bringen. Ihre Anja M. Oschkinat Ich widme den OFFENBURGER WEIHNACHTSCIRCUS meiner Mutter und meinem Bruder. |
Anja M. Oschkinat ![]() Konrad Thurano (1909-2007) ![]() Andrea Togni, Artist und Regisseur ![]() Hochzeit Totti Alexis mit seiner Charlotte ![]() Circus-Foyer ![]() Annalisa ![]() Svetlana ![]() David & Dania ![]() Pellegrini Brothers |